hier

was man hier tun kann

Freie Software – Eine irreführende Bezeichnung?

by Wromey on 16. Februar 2015, no comments

Auf diaspora* hat es in letzter Zeit interessante Diskussionen zum Thema Freie Software gegeben, durch die bei mir der Eindruck entstanden ist, daß die Bezeichnung wohl leider nicht klar genug ist.
Für mich bedeutet Freie Software, daß die Software unter einer Lizenz steht, die verhindert, daß das Recht sie unbeschränkt zu nutzen, zu kopieren, den Quelltext zu studieren und sie zu verändern, eingeschränkt wird. Verhindert wird dies durch die Verpflichtung, veränderte Versionen und mit genannten Rechten und der Verplichtung weiter zu geben. Dies ist für mich Freie Software im engeren Sinne.

Die Verpflichtung zur Weitergabe unter gleichen Bedingungen führt nun bei einigen dazu, zu Recht zu kritisieren, daß die Software doch nicht vollständig frei sei, und vorzuschlagen, eine Lizenz zu wählen, die diese Beschränkung nicht enthält. Wenn man es akzeptiert, daß man aus Software, bei der man die genannten Freiheiten hat, Software werden kann, bei der diese Rechte verweigert werden, ist das völlig konsequent. An anderer Stelle habe ich beschrieben, warum Freie Software im engeren Sinne die geeignete Daseinsform von Software ist und proprietäre Software durch Zwangsmaßnahmen erzeugt werden muß. Das kann man wollen, wenn man glaubt, nur so Geld verdienen zu können.
Geld Verdienen ist aber, wie viele Beispiele zeigen, auch mit Freier Software im engeren Sinn möglich und zulässig! Frei bedeutet hier eben nicht kostenfrei.
Genauso falsch ist die Behauptung, Freie Software im engeren Sinne müsse nach Veränderung weiter gegeben werden. Nein, man nuß das nicht!

Freie Software im engeren Sinn ist so wichtig, weil sich daraus Folgen ergeben:

  • Es ist z.B. klar, daß Freie Software auch Freie Hardware erfordert. Nur wenn die Hardware völlig offen gelegt ist, kann man das Recht, Software beliebig einzusetzen und zu verändern, umfassend wahrnehmen.
  • Klar ist auch, daß Freie Software und geheime Datenformate sich widersprechen. Freie Software erzwingt Freie Datenformate (und gefährdet damit das Geschäftsmodell einiger Anbieter).
  • Nicht vereinbar mit Freier Software ist auch DRM, das Digitale Restriction Management.

In der Summe ist Freie Software das Schlüsselelement dafür, daß die Nutzer die Hoheit über ihre Daten, Software und Hardware behalten oder bekommen können. Und das genau ist es, worum es der Free Software Foundation (FSF) und ihrer Europäischen Schwesterorganisation (FSFE) geht: Um Selbstbestimmung und damit Freiheit im Bereich der digitalen Technologien. Daß diese Organisationen und Richard Stallman deshalb auf verschiedene Weise angegriffen werden, ist selbstverständlich; wobei die Kommentare, die auf Mißverständnissen oder Unkenntnis beruhen, noch die harmlosere Form der Angriffe sind. Leider ist den Leuten meist nicht klar, daß sie sich z.B. dadurch schaden, daß sie gezwungen werden, ein Programm weiter zu nutzen und kostenpflichtig zu aktualisieren, daß sie eigenlich nicht mehr nutzen wollen. Freie Formaten ermöglichen den Wechsel!
Ohne Verschwörungstheorien anzuhängen, kann man aber davon ausgehen, daß nach wirksameren Angriffsmöglichkeiten gesucht wird. Freie Software gefährdet eben auch das Geschäftsmodell der teuersten Firma der Welt

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: