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was man hier tun kann

Fairphone: die Aufgabe durch Größermachen kleiner machen

by Wromey on 16. Januar 2014, no comments

Nachdem nun mehr als die Hälfte der Fairphones ausgeliefert ist, entwickelt sich eine interessante Diskussion darüber, wie fair diese Smartphone denn nun ist. Die Beiträge reichen von deutlichem Lob bis zu klarer Kritik. Für besonders lesenswert halte ich die Einschätzung auf dem blog „Faire Computer“.

Ob das Fairphone nur eine Marketing-Angelegenheit ist oder mehr, wird sich daran zeigen, welche Veränderungen sich bei den nächsten Produktionschargen ergeben. Es ist dabei klar, daß es eine gigantische Aufgabe ist, ein weitestgehend faires Smartphone herzustellen, dies wird ja schon bei so einem einfachen Gerät wie der fairen Maus von NagerIt deutlich. Besonders groß ist die Aufgabe allerdings, wenn man sich auf die Gewinnung der Rohstoffe und die Prodution konzentriert, da man wegen der gegenwärtig geringen Stückzahl kaum Anreize oder Druck auf Erzeuger und Hersteller ausüben kann. Selbstverständlich muß weiter versucht werden, in diesem Bereich Verbesserungen zu erreichen. Aus meiner Sicht sollte aber nach weiteren Möglichkeiten gesucht werden, das Fairphone fairer zu machen. Wenn man Fairness weiter faßt, sehe ich eine Reihe von Möglichkeiten:

  • Nachhaltigkeit und Umweltschutz: Die Entsorgung der Geräte ist von Fairphone ja schon in den Blick genommen worden. Das Fairphone müßte so weiter entwickelt werden, daß es immer beser zu reparieren ist, durch Austausch von Komponenten modernisiert werden kann und der Energieverbrauch sinkt. Neue Versionen des Betriebssystems und von Apps sollten möglichst lange angeboten werden.
    Verbesserungen sind sicher auch beim Transport und der Distribution möglich: Wie Umwelt belastend erfolgen sie, wie sind die Arbeitsbedingungen bei den ausführenden Firmen?
  • Offene Hardware: Die Hardware sollte immer weiter in Richtung Offenheit entwickelt werden. So könnte eine Entwicklergemeinschaft entstehen, die Soft- und Hardware des Gerätes immer weiter entwickelt. Was damit möglich ist, zeigt u.A. das Raspberry Pi Projekt.
  • Selbstbestimmung: Die Software sollte so weiter entwickelt werden, daß immer mehr Selbstbestimmung möglich wird. In Verbindung mit offener Hardware, sollte es ohne Probleme möglich werden, alternative Betriebssysteme wie Firefox OS, Jolla oder Ubuntu zu installieren. Die NutzerInnen müssen Zugang zu den App-Anbietern haben, die sie wünschen. Es darf keine verborgene Funktionen geben, insbesondere keine Apps, die im Geheimen Nutzerdaten ausspionieren. Die Berechtigungen der Apps müssen transparent und auf das Notwendige beschränkt werden. Verschlüsselungsfunktionen und damit der Schutz gegen Überwachung sollten ausgebaut werden.
    Das das Alles nur mit Freier Software zu erreichen ist, ist klar.
  • Transparenz: Da ist Fairphone schon drastisch weiter als die allermeisten anderen Anbieter. Gegenwärtig wird eine Struktur aufgebaut, die größere Transparenz sichern kann. Dies muß dauerhaft gesichert werden.
  • Kooperation: Fairphone sollte aktiv versuchen, mit Projekten, bei denen es Überschneidungen in den Anliegen gibt, aktiv zu kooperieren. Insbesondere mit Projekten für Freie Soft- und Hardware, aber z.B. auch mit Projekten im Fair-Trade-Bereich.

In der Summe können so u.U. schneller reale Fortschritte, größere Aufmerksamkeit und eine Veränderung des Konsumverhaltens bei einer größeren Zahl von Menschen entstehen.

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