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was man hier tun kann

Faire Hardware wird wohl nur über Freie Software zu haben sein

by Wromey on 3. Januar 2014, no comments

Erfreulicherweise hat im vergangenen Jahr die Auslieferung der Fairphones begonnen. Auf der Webseite kann man weiterhin verfolgen, mit welchen Schwierigkeiten zu kämpfen ist, bis das Smartphone bei den Bestellern ist.

Man kan jetzt aber auch die Reaktionen verfolgen und die scheinen mir nicht immer hilfreich. Da sind einmal die Personen, denen das Fairphone nicht fair genug ist. Es ist sicherlich richtig, daß erst ein kleiner Schritt in die richtige Richtung gegangen wurde. Wenn man aber zB. bei Nager IT, die ja bekanntlich eine faire Maus anbieten, verfolgt, wie ungeheuer komplex selbst ein so simples Gerät ist und wie schwer es z.B. ist, ein faires USB-Kabel herzustellen, sollte einem eigentlich klar sein, daß zunächst nur ganz kleine Fortschritte bei einem Smartphone erreicht werden können.

Dann sind dann die, die sagen, daß das Fairphone zu teuer ist. Es wird dann gemessen an Anbietern, die die Kosten für das wenige an Fairness, was schon erreicht wurde, nicht aufbringen. Dazu gehören ja die u.A. Finanzierung besserer Arbeitsbedingungen beim Hersteller oder der Aufbau einer Recyceling-Struktur. Hat man so etwas z.B. von Apple oder Samsung oder … gehört? Lustig ist, daß ein Teil dieser Leute viel Geld für Smartphones ausgeben, die zwar äußerlich glänzen, aber kaum reparabel oder technisch rückständig sind.
Selbstverständlich ist die technische Leistung des Fairphones angesichts des Preises zu gering. Das gilt auch für meine Faire Maus. Man kann eben nicht sinnlich erleben, daß hier noch andere Werte mitfinanziert werden. Vergleichbar ist das z.B. mit Wein aus Steillagen-Anbau, der angesichts der Arbeitsbedingungen teurer als andere sein muß. Auch da sieht man der Flasche nicht an, daß man über den Preis den Erhalt oder sogar die Wiedergewinnung von Kulturlandschaft mit finanziert.

Mir scheint es auch eine Tendenz zu geben, daß in der Presse das Fairphone, jetzt wo es da ist, nicht angemessen besprochen wird. Angemessen gewürdigt wir das Fairphone aus meiner Sicht dann, wenn die um das Fairphone entstehende Infrastruktur mit in den Blick genommen wird: Das Rücknahme-System, die Nutzer-Gemeinschaft, der Support, die Software, …

Die Software ist aus meiner Sicht ein entscheidender Aspekt. Da sie beim Fairphone Freie Software ist, besteht die Möglichkeit, daß Updates wesentlich länger als bei anderen Geräten angeboten werden, das Fairphone also nachhaltiger ist; die Hardware ist ja schon nachhaltiger, da reparaturfreundlich. Da das Gerät offen ist, besteht auch die Möglichkeit, andere Betriebssysteme (Sailfish, Firefox OS, Ubuntu, …) darauf zum Laufen zu bringen und dem Nutzer Selbstbestimmung zu ermöglichen. Insbesonders besteht aber die Chance, daß die Entwicklergemeinschaft Software entwickelt, die konzeptionell der anderer Anbieter überlegen ist; schon deshalb, weil sie die Nutzer nicht in ihrer Wahlfreiheit beschränkt. Damit ist es zumindestens teilweise möglich, den Nachteil schwächerer Hardwarwe, sie wird bei einem kleinen Anbieter, der versucht, Fairness umzusetzen, immer schwächer als gleich teure Hardware anderer Anbieter sein, auszugleichen. Dies kann ein wesentlicher Faktor für den Erfolg Fairer Hardware sein.

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