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Digitale Technik für Untertanen: Tablets und Smartphones

by meister on 18. Dezember 2013, no comments

Wenn man älter wird, hat das den Vorteil, daß man weiß, wie es früher war. Der Nachteil ist, daß man auch negative Entwicklungen erkennen kann.

Spätestens mit dem Aufkommen von Smartphones und Tablets hat es eine negative Entwicklung bei der digitalen Hardware gegeben. Nach dem Aufkommen der ersten PCs war es selbstverständlich, daß man selbstständig die Hardware erweitern oder modernisieren konnte. Speichererweiterungen, neue Grafikkarte neue CPU, … alles kein großes Problem. Bei Tablets und Smartphones ist der Nutzer dagegen fast vollständig entmündigt. Wenn er Glück hat, kann er wenigstens den Akku selbstständig wechseln. Bei aktuellen Geräten, insbesondere bei denen, die mit äußerer Eleganz glänzen, werden die Bauteile häufig verklebt. Die Geräte sind höchstens in Spezialwerkstätten zu reparieren. Daß das auch unter ökologischen Gesichtspunkten unverantwortlich ist, sollte klar sein. Untertanen Hardware eben.

Bei der Software war die Entwicklung anders, aber nicht besser. In der Frühzeit der Computer war Software eine Beigabe zur teueren Hardwarte. Die Software konnte weiter gegeben werden, der Quellcode lag üblicherweise vor. Das änderte sich mit dem Aufkommen der PCs. Bekanntermaßen entstand das Windows-Monopol, nicht immer mit sauberen Mitteln. Auch wenn es nur ein kleiner Teil der Nutzer gemacht hat, war es aber möglich, alternative Software auf den Geräten zu installieren, z.B. Freie Software wie GNU/Linux, die heute so komfortabel geworden ist, daß es keinen Grund mehr gibt, dies nicht zu machen.

Auch dies ist mit dem Aufkommen von Tablets und Smartphones vorbei. Die Geräte werden so ausgestattet, daß man nicht entscheiden kann, welche Software man installieren oder deinstallieren kann. Bei meinem Smartphone kann ich z.B. Dropbox nicht so einfach loswerden. Es hilft auch nicht, daß der Quellcode von Android, das bekanntlich ein Linux-Derivat ist, vorliegt. Google sorgt durch die Steuerung der Entwicklung und andere Maßnahmen dafür, daß Android faktisch keine Freie Software ist. Verschlimmert wird dies noch dadurch, daß man kaum verhindern kann, daß man durch die Software in einer Weise ausspioniert wird, daß kein NSA nötig ist. Die eleganten Geräte tun sich auch hier besonders hervor.
Auch hier ist der Nutzer entmündigt worden. Software für Untertanen.

Empörung darüber nehme ich fast nicht wahr. Der Wunsch nach Selbstbestimmung scheint praktisch nicht vorhanden zu sein. Leider auch nicht dort, wo dieser Wunsch besonders wichtig wäre: im Bildungsbereich.

Glücklicherweise muß man aber nicht vollständig resignieren. Es sind Ansätze von Entwicklungen erkennbar, die Mut machen können. Dazu später mehr.

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