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snapchat – der facebook Killer?

by Wromey on 21. November 2013, no comments

Ich denke, es ist niemand überrascht, daß ich darüber nicht traurig wäre. Es ist wohl eine Tendenz erkennbar, daß ausgehend von den USA junge Leute von facebook nach Snapchat wechseln. Es zeichnet sich der leider übliche Verlauf ab: kleines Startup-Unternehmen junger Leute, schnelles Wachstum, Verkauf für einige Milliarden, Verschwinden nach einigen Jahren.
Was ist das Besondere an Snapchat? Die Macher werben damit, daß die Snaps, das sind Texte, Bilder, … kurze Zeit, nachdem sie angesehen wurden, gelöscht werden. Man muß also nicht befürchten, daß man später von gedankenlosen Postings z.B. bei einerr Berwerbung eingeholt wird. Kein Wunder deshalb, daß Snapchat seine Wurzeln wohl im Erotik-Bereich hat.
Dieses Versprechen kann aber nicht gehalten werden, weil es schon Apps gibt, mit denen man die Inhalte von Snaps speichern kann. Es kann auch deshalb nicht gehalten werden, weil die Snaps mindestens vorübergehend auf den Servern der Firma, die selbstverständlich in den USA stehen, gespeichert werden. Die Macher sind wenigstens so ehrlich, daß sie auf ihrer Internet-Seite angeben, daß sie Snaps auf Anfrage hin an Ermittlungsbehörden übermitteln und das sie für die Werbewirtschaft zugänglich sind.
Wir nähern uns damit schon dem leider Üblichen: Schaut man sich die Nutzungsbedingungen an, zeigt sich, daß auch Snapchat umfassend auf die Nutzer-Daten zugreift und sie sammelt; selbstverständlich lassen sie sich die Rechte zur umfassenden Nutzung an den Inhalten einräumen. Es lohnt sich, die Nutzungsbedingungen genau zu studieren, was für jemand mit Medienkompetenz selbstverständlich sein sollte. Also alles beim alten.
Der Vorteil für Snapchat ist natürlich, daß es nicht notwendig ist, so riesige Datenmengen wie z.B. facebook zu speichern, was Kosten günstiger ist.
Die Datenmengen werden aber lange genug gespeichert, die Kontaktdaten usw. dauerhaft, um für die Werbewirtschaft interessant zu sein. Vermutlich sind aktuelle Daten attraktiver als die teilweise sehr alten Datenmengen von facebook.
Kein Wunder also, daß facebook schon drei Milliarden Dollar geboten hat, um den Konkurrenten los zu werden, was abgelehnt wurde, weil wohl schon höhere Angebote im Raum stehen,
Wer bei klarem Verstand ist, wird tunlichst nicht zu Snapchat wechseln. Es ist vielmehr vielleicht eher an der Zeit, den Wechsel zu einer akzeptablen Plattform wie geraspora oder kontalk einzuleiten, auch wenn die Funktionalität im Vergleich noch eingeschränkt ist und man mindestens wohl eine Zeit lang Dienste parallel nutzen muß.
Leider habe ich noch keine Studie gefunden, in der untersucht wurde, wie der jeweils neuste Hype entsteht und vergeht. Es wäre schön, wenn dieser Verlauf endlich überwunden würde und Webdienste zur Verfüngung stünden, die nicht werbegetrieben sind und deshalb verantwortungsvoll mit den Daten der Nutzerinnen und Nutzer umgehen könne.

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