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was man hier tun kann

Warum gelingt es nicht, Medienkompetenz zu vermitteln?

by meister on 19. Oktober 2013, no comments

Immer wieder wird diese Klage geführt, z.B. hier oder hier. Oftmals wird dann auch noch die Zukunftsfähigkeit Deutschlands als gefährdet gesehen.
Das erinnert mich an die Jahrzehnte alte Klage darüber, daß der Frontalunterricht nicht verschwindet. Die mögliche Antwort, daß es genau der Unterricht ist, der zu dieser Schule und zur Verfaßtheit dieser Gesellschaft paßt, wird nicht gern gehört.

Vielleicht ist es bei der Medienkompetenz ähnlich.

Dazu drei Aspekte:

  • Zunächst die Zukunftsfähigkeit. Gerade gegenwärtig wird es wieder deutlich, daß Deutschland in einer Weise durch die Finanzkrise kommt, die hoch erfolgreich ist, auch weil sie auf Kosten anderer Länder geht. So ist es seit Jahrzehnten. Trotz Pisa-Desaster usw.
  • Warum sollte die Vermittlung von Medienkompetenz besser gelingen als z.B. die von Ernährungskompetenz, Verkehrskompentenz oder politische Kompentenz? Wenn man sich z.B. den Fleischkonsum der breiten Mehrheit ansieht, ist dann Erhnährungskompetenz vorhanden? Kommt die Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer auf die Idee, daß eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf „freier Strecke“ z.B. sinnvoll ist, weil weniger Lärm erzeugt wird und Ressourcen geschont werden? Von der politischne Kompetenz schweige ich lieber.
  • Was für eine Medienkompetenz ist das aber, die hier gefordert wird? In den beiden Texten nehme ich wahr, daß hier vorwiegend Handhabungskompetenz beschrieben wird. Das hat mit Medienkompetenz aber wenig zu tun. Ist beispielsweise eine Lehrperson Medien kompetent, die ein blog betreibt, kräftig twitter nutzt, aber nicht verstanden hat, worum es bei Creative Commons geht?
    Aus meiner Sicht kann man allgemein nur von Kompetenz sprechen, wenn das eigene Handeln kritisch reflektiert wird. Dazu gehört z.B.in diesem Feld, daß man dem Wesen von Software nachgeht. Man sollte z.B. wissen das Software den Charakter eines öffentlichen Gutes hat, da sie rivalitätsfrei genutzt und fast ohne Kosten kopiert werden kann. Man sollte sich fragen, welche Dateiformate und Lizenzen die geeigneten sind, wenn man auf Austausch und den Bestand digital erzeugter Werke setzt. Die Frage der Langzeitarchivierung ist bedrängend und ungelöst. Welche Dienste und Geräte gefährden meine Selbstbestimung. Welche sollte ich als Lehrer nutzen, um meiner Vorbildfunktion gerecht zu werden. Oder besteht mein Vorbild darin, daß ich besonders cool bin? Unter welchen Bedingungen wird hardware erzeugt, verteilt , genutzt und entsorgt? Welche Folgerungen ergeben sich für mein Handeln aus dem jetzt vorhandenen Wissen um die anlaßlose Massenbüberwachung? … Erst die kritische Auseinandersetzung mit derartigen Fragen führt zu Medienkompetenz, die man vielleicht auch SchülerInnen vermtteln kann, weil sie dann spannend oder sogar existenziell bedeutend sein kann.

Meine Empfehlung: Bevor wieder über die mangelnde Medienkompetenz geschrieben wird, vielleicht mal auf die eigene schauen, ob da nicht Ausbaubedarf besteht.

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