hier

was man hier tun kann

Ich arbeite nicht mehr bei facebook, twitter und g+

by Wromey on 7. März 2015, one comment

Über die junge welt bin auf Christian Fuchs gestoßen, der wohl einer der ganz Wenigen ist, die sich auf der Höhe der Zeit in der Auseinandersetzung u.A. mit Sozialen Netzwerken befinden. Durch ihn ist mir klar geworden, daß ich bei facebook, twitter und g+ nicht nur meinen Account gelöscht habe, sondern mein Arbeitsverhältnis mit Ihnen beendet habe. Wie das?

Alle drei Dienste verfügen ja offensichtlich über Waren, die sie hochprofitabel verkaufen können; wenigstens facebook, die anderen kämpfen wohl noch darum. Die Waren sind die Daten über mich und Milliarden andere, die für die Werbewirtschaft offensichtlich so wichtig sind, daß sie den Diensten aus Händen gerissen werden.

Und wer hat die Waren hergestellt? Ich! Und wodurch? Durch die Nutzung der Dienste. Und was war mein Lohn für diese Arbeit? Das ich die Dienste scheinbar Kosten frei nutzen durfte. Das allerdings ist ein sehr kärglicher Lohn im Vergleich zu den Milliarden, die facebook verdient. Klar facebook muß die von mir erzeugten Waren erst noch weiter verarbeiten, um sie verkaufen zu können. Grundlage ist aber meine Arbeit. Auf die müssen sie jetzt verzichten.

Ein Problem ist natürlich, daß die Dienste Schwarzarbeitgeber sind. Sie lassen mich, ohne daß ich es immer weiß und will, weiterhin meine Ware für sie erzeugen. Einfach dadurch, daß ich Webseiten besuche, die mit Ihnen technisch verbunden sind. Leider wird dieses Schwarzarbeitgeben nicht verfolgt. Ich muß also selbst versuchen, mich dagegen zu schützen.

Andere sind offensichtlich in großer Zahl zufrieden mit ihrem Arbeitsverhältnis. Ob sie es auch noch wären, wenn ihen klar wäre, daß ihre Arbeit völlig unangemessen entlohnt wird. facebook hat ja vor kurzem die Arbeit weiter verdichtet. Das hat wenigstens dazu geführt, daß eine Reihe von Leuten zu diaspora* gewechselt sind, wo sie nur noch den Schwarzarbeitgebern ausgesetzt sind.

Freie Software – Eine irreführende Bezeichnung?

by Wromey on 16. Februar 2015, no comments

Auf diaspora* hat es in letzter Zeit interessante Diskussionen zum Thema Freie Software gegeben, durch die bei mir der Eindruck entstanden ist, daß die Bezeichnung wohl leider nicht klar genug ist.
Für mich bedeutet Freie Software, daß die Software unter einer Lizenz steht, die verhindert, daß das Recht sie unbeschränkt zu nutzen, zu kopieren, den Quelltext zu studieren und sie zu verändern, eingeschränkt wird. Verhindert wird dies durch die Verpflichtung, veränderte Versionen und mit genannten Rechten und der Verplichtung weiter zu geben. Dies ist für mich Freie Software im engeren Sinne.

Die Verpflichtung zur Weitergabe unter gleichen Bedingungen führt nun bei einigen dazu, zu Recht zu kritisieren, daß die Software doch nicht vollständig frei sei, und vorzuschlagen, eine Lizenz zu wählen, die diese Beschränkung nicht enthält. Wenn man es akzeptiert, daß man aus Software, bei der man die genannten Freiheiten hat, Software werden kann, bei der diese Rechte verweigert werden, ist das völlig konsequent. An anderer Stelle habe ich beschrieben, warum Freie Software im engeren Sinne die geeignete Daseinsform von Software ist und proprietäre Software durch Zwangsmaßnahmen erzeugt werden muß. Das kann man wollen, wenn man glaubt, nur so Geld verdienen zu können.
Geld Verdienen ist aber, wie viele Beispiele zeigen, auch mit Freier Software im engeren Sinn möglich und zulässig! Frei bedeutet hier eben nicht kostenfrei.
Genauso falsch ist die Behauptung, Freie Software im engeren Sinne müsse nach Veränderung weiter gegeben werden. Nein, man nuß das nicht!

Freie Software im engeren Sinn ist so wichtig, weil sich daraus Folgen ergeben:

  • Es ist z.B. klar, daß Freie Software auch Freie Hardware erfordert. Nur wenn die Hardware völlig offen gelegt ist, kann man das Recht, Software beliebig einzusetzen und zu verändern, umfassend wahrnehmen.
  • Klar ist auch, daß Freie Software und geheime Datenformate sich widersprechen. Freie Software erzwingt Freie Datenformate (und gefährdet damit das Geschäftsmodell einiger Anbieter).
  • Nicht vereinbar mit Freier Software ist auch DRM, das Digitale Restriction Management.

In der Summe ist Freie Software das Schlüsselelement dafür, daß die Nutzer die Hoheit über ihre Daten, Software und Hardware behalten oder bekommen können. Und das genau ist es, worum es der Free Software Foundation (FSF) und ihrer Europäischen Schwesterorganisation (FSFE) geht: Um Selbstbestimmung und damit Freiheit im Bereich der digitalen Technologien. Daß diese Organisationen und Richard Stallman deshalb auf verschiedene Weise angegriffen werden, ist selbstverständlich; wobei die Kommentare, die auf Mißverständnissen oder Unkenntnis beruhen, noch die harmlosere Form der Angriffe sind. Leider ist den Leuten meist nicht klar, daß sie sich z.B. dadurch schaden, daß sie gezwungen werden, ein Programm weiter zu nutzen und kostenpflichtig zu aktualisieren, daß sie eigenlich nicht mehr nutzen wollen. Freie Formaten ermöglichen den Wechsel!
Ohne Verschwörungstheorien anzuhängen, kann man aber davon ausgehen, daß nach wirksameren Angriffsmöglichkeiten gesucht wird. Freie Software gefährdet eben auch das Geschäftsmodell der teuersten Firma der Welt

Freie Software – Eine nette Idee von Herrn Stallman, aber das kann nicht funktionieren,

by Wromey on 7. Februar 2015, no comments

hört man aus dem Tal der Ahnungslosen, die vermutlich nur zu einem kleinen Teil wissen, welche Freie Software sie beim Umgang mit dem Computer nutzen.

Bekannt ist ja inzwischen, daß Software, bei der man den Quellcode nicht einsehen kann, prinzipiell unsicherer ist als Software, bei der das nicht möglich ist.

Weniger bekannt scheinen mir einige Eigenschaften von Software, die es nahelegen, daß Software Frei sein sollte:

  • Software ist rivalitätsfrei nutzbar. Das bedeutet, daß niemand daran gehindert wird, Software, die ich verwende, auch zu nutzen;
  • Software verschleißt nicht. Ich kann Software beliebig oft nutzen, ohne das sie schlechter funktioniert. Sie ist nur dann nicht mehr zu verwenden, wenn es keine Hardware mehr gibt, auf der sie läuft. Der einzige Grund, sie nicht mehr zu verwenden, ist, daß es eine verbesserte Version der Software gibt; das nennt man dann moralischen Verschleiß;
  • Wenn ich Software kopiere und weiter gebe, werden ihre Eigenschaften nicht schlechter. Im Gegenteil, wenn mehr Leute die Software nutzen, kann man sich gegenseitig helfen, sie wird also eher nützlicher;
  • Da die Kosten für die Entwicklung nur einmal entstehen, werden die anteiligen Kosten pro Kopie immer geringer. Hat die Entwicklung von Software z.B. 500.000,- € gekostet, entfallen auf 500.000 Kopien je 1 €, bei 2.000.000 Kopien nur noch 0,25 €. Gelingt es mir, durch Zwangsmaßnahmen wie Kopierschutz oder Lizenzen einen höheren Preis z.B. von 50,- € durchzusetzen, bin ich auf dem Weg zum Milliardär.

All das legt nahe, daß Software eigentlich kein handelbares Gut ist, sie muß in die Warenform gezwungen werden, was einigen ja prächtig gelungen ist. Daß sich Freie Software in den letzten Jahren so gut entwickelt hat, man denke nur an die massenhafte Verbreitung von Android, ist in den genannten Eigenschaften von Software begründet.

Die Leistung von R. Stallmann liegt nun darin, daß er eine Lizenz erfunden hat, die zu den Eigenschaften von Software äußerst gut paßt.

Freie Software ist aber kein Selbstläufer. Die Entwicklung und Wartung muß ja bezahlt werden. Wenn man sich die Größenordnung ansieht, um die es für den Einzelnen geht, können kleine jährliche Spenden oder Stiftungen oder die Öffentliche Hand das ohne Weiteres leisten. Inzwischen kommen ja auch sehr hohe Beträge aus der Industrie.

Freie Software ist aber auch gefährdet. Eine Gefährdung, die schon lange besteht, ist die durch Patente. Wie die Entwicklung durch Patente behindert wird, kann man bei Smartphones studieren. Verschärft wird das dadurch, daß man sich insbesondere in den USA jeden Dreck patentieren lassen kann, wenn man das Verfahren finanzieren kann.

Ich frage mich aber auch, ob TTIP nicht eine Gefahr für Freie Software darstellt. Wenn zu einer Software, die bisher kommerziell vertrieben wurde, eine Freie Alternative entwickelt wird, ist das doch eindeutig ein Handelshindernis und muß verboten werden.

Die Internet-Welt ist doch einfach!

by Wromey on 5. Februar 2015, no comments

Die Internet-Welt ist einfach, weil es eine Frage gibt, mit der man klären kann, ob ein Internet-Dienst akzeptabel ist oder nicht:

Was ist das Geschäftsmodell des Internet-Dienstes?

Bezahlt man wie auch immer für die angebotenen Funktionen? Dann ist der Dienst akzeptabel. Z.B. bezahle ich meinen Anbieter von Webspace dafür, daß er mir Funktionalität bereit stellt, einen owncloud Anbieter dafür, daß er mir die Cloud verfügbar macht, Kolab für seine umfangreichen Dienste, … In keinem Fall zahle ich dafür, daß der Anbieter sich meine Daten aneignet und damit sein Geld verdient. Akzeptabel sind natürlich auch Dienste wie diaspora* oder gnu-social, die sich über Spenden finanzieren oder auf der Selbstausbeutung der Betreiber beruhen.

Facebook oder twitter sind umsonst, aber nicht kostenlos. Sie brauchen keine Bezahlung oder Spenden, weil sie sich umfassend die Nutzerdaten aneigenen und damit ihr Geld verdienen, wobei es bekanntlich nicht um die Größe der Portokasse geht. Welche Funktionalität sie anbieten ist ihnen letztlich egal, sie muß nur so attraktiv sein, daß die Nutzer strömen und gebunden werden. Weil den Anbietern die Funktoinalität gleichgültig ist, besteht auch immer die Gefahr, daß der Dienst von heute auf morgen eingestellt oder verändert wird, wenn er nicht mehr attraktiv genug ist.

Leider sind die mit der Nutzung verbundenen Nachteile nur selten direkt wahrnehmbar, so daß die meisten Nutzer den Eindruck haben, es gibt keine; wenn ihnen das nicht egal ist. Zu wenige wechseln deshalb zu akzeptablen Diensten-

Deswegen gibt es bei mir kein facebook, twitter, g+, google mehr. Selbst mein neues Smartphone habe ich dank F-Droid frei von Apps aus dem playstore halten können. Leider konnte ich es noch nicht von Android befreien.

Die Zukunft des Internet: verteilte, föderierte Systeme

by Wromey on 3. Februar 2015, no comments

Das gilt zumindestens dann, wenn man ein Interesse daran hat, daß auch zukünftig ein Internet vorhanden ist, das zu einer demokratischen Gesellschaft paßt.

Zentralisierte Angebote passen dazu nämlich nicht, weil dann der Zugang und die Kontrolle bei sehr wenigen Personen liegt, die weder demokratisch kontrolliert oder legitimiert sind. Mitbestimmung der Nutzerinnen gibt es nicht. Die Systeme eigenen sich aber bestens zum Geld verdienen, Ausforschen und Überwachen; sie passen auch bestens zu Cyberkriminellen, für die sie sehr attraktive Ziele sind. Der Zugang zu den zentralisierten Systemen ist nicht das Problem und wird es auch nicht werden. Damit man möglichst viele NutzerInnen bekommt, müssen Umgang und Nutzung möglichst einfach sein.

Verteilte und förderierte Systeme, die mit Freier Software betrieben werden haben diese Nachteile nicht. Die Mitbestimmung geht so weit, daß man den Dienst selbst betreiben oder die Software verändern kann; Selbstbestimmung ist also möglich. Verteilt ist der Dienst dann, wenn er auf einer Reihe von Rechnern läuft, förderiert ist er dann, wenn sich der Dienst mit anderen Rechner austauschen kann. Für Werbetreibende ist diese Struktur sehr nachteilig, sie müssen einen hohen Aufwand treiben, um ihre Angebote bekannt zu machen, das Ausforschen ist drastisch aufwendiger, weil man immer nur einen Teil der Nutzer auf einem Rechner abgreifen kann; dies gilt auch für Angriffe.
In der Regel erlauben diese Systeme auch, daß man weiterhin die Hoheit über seine Daten behält. Sie sind auch nachhaltiger, weil die vorhandenen Hardwareressourcen genutzt werden und weil Systeme, die den Dienst aufgeben, sofort ersetzt werden können und die Nutzer ihre Daten auf die neuen mitnehmen können.

Einige mir bekannte Beispiele:

Warum verlassen nicht mehr Leute facebook?

by Wromey on 30. Januar 2015, no comments

Von facebook und twitter bin ich schon länger weg. Ich nutze statt dessen diaspora* und loadaverage.
Die Veränderung der Geschäftsbedingungen von facebook hat erfreulicherweise dazu geführt, daß ein Strom neuer Nutzerinnen und Nutzer auf diaspora ankommt. Warum bleiben aber so viele noch bei facebook? Ich sehe mehrere Gründe:

  • Die meisten Leute kennen Alternativen zu facebook nicht;
  • sehr viele Leute stört das nicht, daß ihre Daten von facebook gesammelt werden. Ein nicht kleiner Teil ist vielleicht sogar dankbar, daß die Werbung nun zielgenauer erfolgt. Nicht nur bei facebook ist ja leider die unkritische Nutzung die Regel. Das gilt für viele Bereiche in unserem Land;
  • facebook hat es geschafft, die Nutzer sehr stark an sich zu binden: „Alle meine Freunde sind auf facebook“, es gibt Gruppen, in denen man gerne ist, Institutionen sind auf facebook vertreten, auf sehr vielen Seiten findet man links zu facebook, … Das hält selbst kritische denkende Leute auf facebook;
  • Sehr wichtig scheint mir, daß man von der Datensammelwut praktisch keine erkennbaren Nachteile hat. Deutlich wird das erst, wenn man auf einmal Schwierigkeiten bei einer Bewerbung hat (wenn man den Grund überhaupt erfährt), oder wenn einem z.B. die Teilname an einer Demonstration vorgehalten wird, weil man darüber auf facebook berichtet hat, oder wenn eine freie Meinungsäußerung zu einer Kündigung führt, weil das mit der freien Meinungsäußerung nicht so ernst gemeint ist, oder … Die Folgen der Datensammlung sind für die meisten Menschen abstrakt. Es ist deshalb eine bewußte Entscheidung zu sagen, das will ich nicht.

Vielleicht führt die Veränderung der Geschäftsbedingungen bei facebook ja dazu, daß diaspora* die kritische Masse erreicht, die dafür sorgt, daß diaspora ins öffentliche Bewußtsein kommt und von wesentlich mehr Leuten als Alternative gesehen wird.

Digitaltechnik konsumieren ist wie Fleisch essen!

by Wromey on 24. Januar 2014, no comments

Warum dringend weniger Fleisch verzehrt werden muß, braucht hier wohl nicht mehr näher begründet werden.

Leider haben aber nur wenige Leute im Blick, daß die Strukturen beim Konsum von digitaler Technik durchaus vergleichbar sind:

  • Der Massentierhaltung entspricht die massenhafte Verletzung der Menschenrechte bei der Gewinnung der Rohstoffe, das reicht von Gesundheitsschäden bis zu Mord z.B. durch Milizen, bei der Produktion, der Distribution und der Entsorgung. Einzelheiten sind bekannt und brauchen hier nicht weiter ausgeführt werden. Obwohl es hier um Menschen geht, beeinflußt das die Kaufentscheidung praktisch nicht.
  • Bekannt ist eigentlich auch, daß die Umweltschäden insbesondere bei der Rohstoffgewinnung und bei der Entsorgung immens sind. Auch das ohne erkennbare Auswirkungen auf die Kaufentscheidung.

Was tun? Bei Fleisch ist klar, daß schon viel gewonnen wäre, wenn dratisch weniger Fleisch gegessen würde und das FLeisch von Tieren käme, die artgerecht gehalten wurden. Für die digitalen Geräte bedeutet das, daß man z.B. mindestens eine Gerätegeneration ausläßt und nur Geräte kauft, die leicht zu reparieren und auf dem aktuellen Stand zu halten sind. Alle Ansätze fairer Produktion sind zwingend zu unterstützen.

Was könnte „Technikvegetarier“ bedeuten? Vielleicht, daß man Digitaltechnik nur in möglichst kleinem Umfang kauft? Entweder Tablet oder Laptop? Und „Technikveganer„? Unter den vorhandenen Bedingungen müßte man dort, wo man nicht zur Nutzung gezwungen wird, auf digitale Technik verzichten.

Klar ist für mich, daß Medienkompetenz insbesondere in Bildungsprozessen, derartige Überlegung umfassen muß. Die Zeit der Unschuld ist vorbei.

Warum man twitter nutzen und dennoch dagegen sein muß

by Wromey on 24. Januar 2014, no comments

Warum muß man twitter nutzen? Weil es ein Instrument ist, mit dem man ungeheuer viel und leicht wichtige (und unterhaltsame) Informationen bekommen kann, also sehr viel Lernen und den Horizont erweitern kann. Man sollte sich allerdings auch klar darüber sein, daß twitter kein Werkeug für eine vertiefte Auseinandersetzung ist sondern sie eher verhindert. Für einen wirklichen Chat braucht man einen Chat-Dienst, für vertiefte Auseinandersetzung ist Foren-Software das geeignete Werkeug.

Warum muß man dennoch dagegen sein? Weil auch bei twitter der Geschäftszweck nicht die Bereitstellung der beschriebenen Möglichkeiten ist. Der Geschäftszweck ist möglichst großer Gewinn mit den bekannten Folgen Ausforschung und Datenhandel. Man kann nachlesen, welche Daten von twitter bei jedem tweed erhoben werden. Aus dem Geschäftszweck folgt aber auch, daß der Dienst jederzeit aufgeben oder verändert werden kann (und wird), wenn damit nicht mehr Geld im gewünschten Umfang verdient werden kann. Das haben Projekte, die sich auf twitter stützten, schon mehrfach erfahren müssen.

Was tun: Man sollte diejenigen Alternativen unterstützen, die z.B. von Stiftungen oder Vereinen getragen werden oder eine Gesellschaftsform haben, bei der die Gewinne wieder in den Betrieb gesteckt werden. Man muß aber auch bereit sein, für Dienste, die einem wichtig sind, Geld zu bezahlen. Für Radio, Fernsehen, Telefon oder Internet macht man das ja auch. Warum also nicht z.B. auch für den Email-Dienst oder eine twitter-Alternative?

Leider kenne ich gegenwärtig keine wirkliche Alternative zu tiwtter. Den Übergang von facebook zu geraspora, von WhatsUp zu kontalk oder von google zu startpage sollte man aber insbesondere als medienpädagogisch kompetenter Pädagoge schon eingeleitet haben.

Fairphone: die Aufgabe durch Größermachen kleiner machen

by Wromey on 16. Januar 2014, no comments

Nachdem nun mehr als die Hälfte der Fairphones ausgeliefert ist, entwickelt sich eine interessante Diskussion darüber, wie fair diese Smartphone denn nun ist. Die Beiträge reichen von deutlichem Lob bis zu klarer Kritik. Für besonders lesenswert halte ich die Einschätzung auf dem blog „Faire Computer“.

Ob das Fairphone nur eine Marketing-Angelegenheit ist oder mehr, wird sich daran zeigen, welche Veränderungen sich bei den nächsten Produktionschargen ergeben. Es ist dabei klar, daß es eine gigantische Aufgabe ist, ein weitestgehend faires Smartphone herzustellen, dies wird ja schon bei so einem einfachen Gerät wie der fairen Maus von NagerIt deutlich. Besonders groß ist die Aufgabe allerdings, wenn man sich auf die Gewinnung der Rohstoffe und die Prodution konzentriert, da man wegen der gegenwärtig geringen Stückzahl kaum Anreize oder Druck auf Erzeuger und Hersteller ausüben kann. Selbstverständlich muß weiter versucht werden, in diesem Bereich Verbesserungen zu erreichen. Aus meiner Sicht sollte aber nach weiteren Möglichkeiten gesucht werden, das Fairphone fairer zu machen. Wenn man Fairness weiter faßt, sehe ich eine Reihe von Möglichkeiten:

  • Nachhaltigkeit und Umweltschutz: Die Entsorgung der Geräte ist von Fairphone ja schon in den Blick genommen worden. Das Fairphone müßte so weiter entwickelt werden, daß es immer beser zu reparieren ist, durch Austausch von Komponenten modernisiert werden kann und der Energieverbrauch sinkt. Neue Versionen des Betriebssystems und von Apps sollten möglichst lange angeboten werden.
    Verbesserungen sind sicher auch beim Transport und der Distribution möglich: Wie Umwelt belastend erfolgen sie, wie sind die Arbeitsbedingungen bei den ausführenden Firmen?
  • Offene Hardware: Die Hardware sollte immer weiter in Richtung Offenheit entwickelt werden. So könnte eine Entwicklergemeinschaft entstehen, die Soft- und Hardware des Gerätes immer weiter entwickelt. Was damit möglich ist, zeigt u.A. das Raspberry Pi Projekt.
  • Selbstbestimmung: Die Software sollte so weiter entwickelt werden, daß immer mehr Selbstbestimmung möglich wird. In Verbindung mit offener Hardware, sollte es ohne Probleme möglich werden, alternative Betriebssysteme wie Firefox OS, Jolla oder Ubuntu zu installieren. Die NutzerInnen müssen Zugang zu den App-Anbietern haben, die sie wünschen. Es darf keine verborgene Funktionen geben, insbesondere keine Apps, die im Geheimen Nutzerdaten ausspionieren. Die Berechtigungen der Apps müssen transparent und auf das Notwendige beschränkt werden. Verschlüsselungsfunktionen und damit der Schutz gegen Überwachung sollten ausgebaut werden.
    Das das Alles nur mit Freier Software zu erreichen ist, ist klar.
  • Transparenz: Da ist Fairphone schon drastisch weiter als die allermeisten anderen Anbieter. Gegenwärtig wird eine Struktur aufgebaut, die größere Transparenz sichern kann. Dies muß dauerhaft gesichert werden.
  • Kooperation: Fairphone sollte aktiv versuchen, mit Projekten, bei denen es Überschneidungen in den Anliegen gibt, aktiv zu kooperieren. Insbesondere mit Projekten für Freie Soft- und Hardware, aber z.B. auch mit Projekten im Fair-Trade-Bereich.

In der Summe können so u.U. schneller reale Fortschritte, größere Aufmerksamkeit und eine Veränderung des Konsumverhaltens bei einer größeren Zahl von Menschen entstehen.

Faire Hardware wird wohl nur über Freie Software zu haben sein

by Wromey on 3. Januar 2014, no comments

Erfreulicherweise hat im vergangenen Jahr die Auslieferung der Fairphones begonnen. Auf der Webseite kann man weiterhin verfolgen, mit welchen Schwierigkeiten zu kämpfen ist, bis das Smartphone bei den Bestellern ist.

Man kan jetzt aber auch die Reaktionen verfolgen und die scheinen mir nicht immer hilfreich. Da sind einmal die Personen, denen das Fairphone nicht fair genug ist. Es ist sicherlich richtig, daß erst ein kleiner Schritt in die richtige Richtung gegangen wurde. Wenn man aber zB. bei Nager IT, die ja bekanntlich eine faire Maus anbieten, verfolgt, wie ungeheuer komplex selbst ein so simples Gerät ist und wie schwer es z.B. ist, ein faires USB-Kabel herzustellen, sollte einem eigentlich klar sein, daß zunächst nur ganz kleine Fortschritte bei einem Smartphone erreicht werden können.

Dann sind dann die, die sagen, daß das Fairphone zu teuer ist. Es wird dann gemessen an Anbietern, die die Kosten für das wenige an Fairness, was schon erreicht wurde, nicht aufbringen. Dazu gehören ja die u.A. Finanzierung besserer Arbeitsbedingungen beim Hersteller oder der Aufbau einer Recyceling-Struktur. Hat man so etwas z.B. von Apple oder Samsung oder … gehört? Lustig ist, daß ein Teil dieser Leute viel Geld für Smartphones ausgeben, die zwar äußerlich glänzen, aber kaum reparabel oder technisch rückständig sind.
Selbstverständlich ist die technische Leistung des Fairphones angesichts des Preises zu gering. Das gilt auch für meine Faire Maus. Man kann eben nicht sinnlich erleben, daß hier noch andere Werte mitfinanziert werden. Vergleichbar ist das z.B. mit Wein aus Steillagen-Anbau, der angesichts der Arbeitsbedingungen teurer als andere sein muß. Auch da sieht man der Flasche nicht an, daß man über den Preis den Erhalt oder sogar die Wiedergewinnung von Kulturlandschaft mit finanziert.

Mir scheint es auch eine Tendenz zu geben, daß in der Presse das Fairphone, jetzt wo es da ist, nicht angemessen besprochen wird. Angemessen gewürdigt wir das Fairphone aus meiner Sicht dann, wenn die um das Fairphone entstehende Infrastruktur mit in den Blick genommen wird: Das Rücknahme-System, die Nutzer-Gemeinschaft, der Support, die Software, …

Die Software ist aus meiner Sicht ein entscheidender Aspekt. Da sie beim Fairphone Freie Software ist, besteht die Möglichkeit, daß Updates wesentlich länger als bei anderen Geräten angeboten werden, das Fairphone also nachhaltiger ist; die Hardware ist ja schon nachhaltiger, da reparaturfreundlich. Da das Gerät offen ist, besteht auch die Möglichkeit, andere Betriebssysteme (Sailfish, Firefox OS, Ubuntu, …) darauf zum Laufen zu bringen und dem Nutzer Selbstbestimmung zu ermöglichen. Insbesonders besteht aber die Chance, daß die Entwicklergemeinschaft Software entwickelt, die konzeptionell der anderer Anbieter überlegen ist; schon deshalb, weil sie die Nutzer nicht in ihrer Wahlfreiheit beschränkt. Damit ist es zumindestens teilweise möglich, den Nachteil schwächerer Hardwarwe, sie wird bei einem kleinen Anbieter, der versucht, Fairness umzusetzen, immer schwächer als gleich teure Hardware anderer Anbieter sein, auszugleichen. Dies kann ein wesentlicher Faktor für den Erfolg Fairer Hardware sein.

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