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Elektromobilität – Endlich Auto fahren ohne schlechtes Gewissen?

by Wromey on 25. Februar 2017, no comments

Leider nein!

Dazu einige Fakten aus dem Bericht Ressourcen-Fluch 4.0, der sich mit dem Ressourcenverbrauch der Industrie 4.0, auch so ein Heilsversprechen, auseinandersetzt.

Die Produktion von Elektro-Fahrzeugen führt also mitnichten zu einer grundsätzlichen Reduktion des Materialverbrauchs in der PKW-­Produktion, sondern erhöht ihn sogar. Das lässt sich anhand von aktuellen Modellen mit schlichten Zahlen untermauern: Ein Renault Clio wiegt ca. 1.100 bis 1.280 Kilogramm, während die Variante mit Elektro-Antrieb, der Renault Zoe, über 1.500 Kilogramm wiegt. Das ab Ende 2016 verfügbare Modell des VW-e-Golf bringt 1.605 Kilogramm auf die Waage, ein Golf GTE mit Plug-in-Hybrid 1.599 Kilogramm. Die Werte für die verschiedenen Modelle mit Diesel- oder Benzin­motoren liegen mit 1.280 bis maximal
1.540 Kilogramm zum Teil deutlich darunter. Der 1974 auf den Markt gekommene VW Golf 1 hat sogar nur 750 bis 800 Kilogramm gewogen.

„Für die Technologien von morgen brauchen wir mehr Rohstoffe – für ein Elektro­auto zum Beispiel 60 Kilogramm mehr Kupfer, 50 Kilogramm mehr Aluminium, 20 Kilogramm mehr Stahl und zehn Kilogramm mehr Nickel als für einen herkömmlichen Verbrenner.

Auch aus rohstoffpolitischer Sicht ist das Heilsversprechen E-Auto Besorgnis erregend. Der Bergbaukonzern BHP Billiton rechnet vor, dass in einem konventionellen Verbrennungsmotor knapp 20 Kilogramm Kupfer verbaut sind. In ­einem Hybrid-Auto wird bereits die doppelte Menge verwendet und in einem elektrischen Auto 80 Kilogramm. So erwartet das Unternehmen, dass 2035 die Kupfernachfrage um 8,5 bis 12 Millionen Tonnen pro Jahr steigen wird.

Dabei ist noch nicht erwähnt, dass auch der Verbrauch an elektrischer Energie nur dann Umwelt schonend ist, wenn es sich um erneuerbare Energie handelt.

Allerdings haben die Elektro-Autos auch Vorteile:

  • Der Umweltschaden entsteht nicht mehr dort, wo das Auto betrieben wird. Die Externalisierung von Belastungen und Schäden ist ja Standard bei den Konsumgesellschaften.
  • Man kann weiterhin Autos kaufen und fahren, mit denen man etwas darstellt. Und sich dann noch als Mensch mit Umweltgewissen inzenieren.
  • An der Ampel läßt man jeden „Benziner“ beim Start hinter sich. Das ist doch Grund genug für einen Kauf!

Dass es schon lange ein funktionierendes Modell von Elektromobilität gibt –  Straßenbahn, O-Busse, Eisenbahn – soll dabei nicht weiter stören.

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