hier

was man hier tun kann

Warum nicht Linux installieren?

by Wromey on 27. April 2016, no comments

Windows XP wird nicht mehr unterstützt, beim kostenlosen Windows 10 kann man nicht vollständig verhindern, dass private Daten abgegriffen und verkauft werden. Dem kann man entgehen, indem man Linux auf seinem Rechner installiert; und damit zukünftig das Betriebssystem verwendet, das oftmals auch schon das eigene Smartphone oder Tablet antreibt.

Welche Vorteile hat eine Linux-Installation?

  • Auf dem Rechner ist nur legale Software installiert, die ohne weitere Kosten aktualisiert werden kann. Dabei wird nicht nur das Betriebssystem aktualisiert, sondern auch alle Anwendungen. Sicherheitslücken werden also auch in den Anwendungen behoben.
  • Der Quellcode für alle Programme liegt vor, Sicherheitslücken können deshalb leichter gefunden und behoben werden.
  • Die Gefahr, das der Rechner von Viren befallen wird, ist drastisch geringer.
  • Die Daten werden in der Regel in offenen, dokumentierten und damit zukunftssicheren Formaten gespeichert. Man ist nicht an ein bestimmtes Programm gebunden.
  • Die Anforderungen an die Hardware sind deutlich geringer als bei Windows. Man kann die Hardware länger nutzen, die Umwelt wird geschont.
  • Es gibt ein breites Spektrum an leistungsfähiger Software für alle wesentlichen Anwendungsbereiche. Windows-Software kann auch unter Linux verwendet werden, wenn es denn notwendig sein sollte (mit Wine oder in einer Virtualisierung).
  • Alle Software kann ohne Bedenken weiter gegeben werden.

Selbstverständlich gibt es auch Nachteile. Der wichtigste ist sicherlich der, dass der Austausch mit Leuten erschwert wird, die die geheimen Windows Datenformate verwenden. Es kann natürlich auch sein, daß eine Software, die man zwingend benötigt, unter Linux nicht verwendet werden kann. Probleme bereiten manchmal auch Geräte wie Drucker oder Scanner. Dann kann man nicht umsteigen.

Weitere Informationen finden sich unter netzwerk-bildung

Wenn Sie auf Linux umsteigen möchten, können Sie dabei und bei der Einarbeitung unterstützt werden. Für den Raum Düsseldorf können Termine über romey@netzwerk-bildung.net vereinbart werden.

Wolfgang Romey

Zentrale und verteilte soziale Netzwerke

by Wromey on 15. Januar 2016, no comments

Zentralisierte soziale Netzwerke

Eigenschaften

Beispiele für zentralisierte soziale Netzwerke sind facebook, twitter, flickr und youtube. Wie die Grafik zeigt, ist alle diesen Netzwerken ist gemeinsam, dass alle Nutzer auf einem zentralen Server angemeldet sind und auf dem dort angelegten ihre Daten ablegen und ihre Aktivitäten abwickeln.

soziale_netzwerke_1

Dass der Anbieter des sozialen Netzwerk nur einen zentralen Server verwendet, hat seinen Grund im Geschäftsmodell des Anbieters. Das Geschäftsmodell dieser Netzwerke ist nicht, dem Nutzer Funktionalität anzubieten. Geschäftsmodell ist vielmehr, aus den Aktivitäten der Nutzer und den von ihnen auf den Server geladenen Inhalten möglichst viele Daten abzuleiten und diese Daten insbesondere für personalisierte Werbung zu verkaufen. Aus den Daten werden also Waren. Dass das Geschäftsmodell erfolgreich sein kann, belegen die Gewinne von facebook oder google. Twitter tut sich da noch etwas schwer. Die Nutzer leisten also unentgeltlich Arbeit, aus deren Ergebnisse Waren erzeugt werden, für die Betreiber der sozialen Netzwerke und erhalten als Ausgleich die Möglichkeit, die Funktionen der sozialen Netzwerke zu nutzen. Dieses Geschäftsmodell funktioniert am unaufwändigsten mit einer zentralisierten Struktur, die allerdings den Nachteil hat, ein sehr attraktives Ziel für Angriffe oder Überwachung zu sein. Es ist also nicht überraschend, dass immer wieder Millionen von Daten aus diesen zentralisierten Strukturen abgegriffen werden. Ein weiterer Nachteil ist, dass nur der Betreiber darüber entscheidet, ob das Angebot fortgesetzt wird. Bringt es oder eine Teilfunktion nicht den erwarteten Gewinn, kann es (ohne Vorwarnung) eingestellt werden und die Daten der Nutzer sind in der Regel verloren.

Ein soziales Netzwerk ist umso attraktiver und erfolgreicher, je mehr Nutzer es hat. Je größer das Netzwerk ist, desto schwieriger oder unangenehmer wird es für den Nutzer, das Netzwerk zu verlassen: „Alle meine Freunde und Bekannte sind doch dort!“. Beispiele belegen allerdings, dass man sich nicht darauf verlassen sollte. Spricht noch jemand von MySpace, SchülerVZ oder StudiVZ? Der nächste Hype kann dazu führen, dass das genutzte soziale Netzwerk in kurzer Zeit zusammen bricht.

Bei den verteilten sozialen Netzwerken ist man in dieser Hinsicht wesentlich besser geschützt.

Verteilte soziale Netzwerke

Eigenschaften

Geschützt vor dem Zusammenbruch ist man allerdings nur, wenn eine Nutzerzahl zusammen kommt, die es für die Betreiber lohnend macht, dass Netzwerk zu betreiben. Worin der Lohn für die Betreiber besteht, ist unterschiedlich. Er ist fast nie finanziell, oft werden noch nicht einmal die für den Betreiber entstehenden Kosten gedeckt, sondern meist ideell. Der Betreiber will die Selbstbestimmung, die Meinungsfreiheit, ein freies Internet oder … fördern.
Verteilt sind die Netzwerke, weil sie, wie die zweite Grafik zeigt, aus mehreren Server aufgebaut sind und sich die Nutzer möglichst gleichmäßig über die Server verteilen.

Die Software, mit denen diese Server betrieben werden, ist in der Regel Freie Software. Jeder kann sie nutzen und einen eigenen Server betreiben oder aufsetzen, wie es im Fachjargon heißt. Die Software kann, wie bei Freier Software üblich, von einer Gemeinschaft weiter entwickelt werden, die Prüfung, ob die Software auch nur die Funktionen ausführt, die angegeben werden, ist jederzeit möglich. Die Server sind in der Regel über mehrere Staaten verteilt, so dass man wählen kann, in welchem Rechtsraum man sich bewegen will.

Der entscheidende Punkt ist aber, dass die Server miteinander vernetzt sind und die Daten der Nutzer untereinander abgeglichen werden. Man kann wie bei facebook Nutzer also über das ganze Netzwerk suchen und ihren Aktivitäten folgen. Man kann aber z.B. auch einen Server einrichten, zu dem nur beispielsweise die Mitglieder eines Vereins Zugang haben und der in kein Netzwerk eingebunden ist. Der Abgleich zwischen den Servern ist allerdings eine sehr anspruchsvolle Programmieraufgabe, weshalb es nicht überraschend ist, dass noch mehr oder minder große Schwierigkeiten auftreten. Gegenwärtig ist man im Rahmen des W3C, das ist das Gremium, das das Internet weiter entwickelt, dabei, einen Standard für diese Funktionalität zu entwickeln, der dann auch den Austausch über verschiedene Netzwerke möglich machen soll.

Was sind die Vorteile für die Nutzer? Da das Netzwerk verteilt ist, gibt es keine zentralen Angriffspunkt für Überwachung und Datenabgriff. Der Nutzer behält die Hoheit über seine Daten, da die jeweiligen Betreiber sich in der Regel keine Nutzungsrechte an den Daten einräumen lassen. Er behält auch die Hoheit über seine Daten, weil er sie vom Server herunter laden kann, wenn er z.B. den Server verlassen, auf einen anderen Server oder in ein anderes Netzwerk umziehen will oder der Server seine Dienst einstellt. Der Nutzer kann also selbst bestimmen, wie und wo er ein soziales Netzwerk nutzen will.

Beispiele
Oftmals gibt es mehrere Angebote, die die gleiche oder eine ähnlich Funktion erfüllen. Die Auswahl sagt deshalb nichts über die Bedeutung und ist eher zufällig.

Eine Alternative zu facebook ist diaspora*: https://diasporafoundation.org/ Diaspora ist aus sogenannten pods aufgebaut. Wer sich anmelden möchte sollte, einen pod wählen, der schon über eine längere Zeit ohne Probleme läuft und eine mittlere Nutzerzahl hat. Man strukturiert seine Aktivitäten auf diaspora* über tags, also Stichworte, denen man folgt, oder sogenannte Aspekte. Aspekte kann man anlegen, z.B. den Aspekt „FreieSoftware“, und ihm Nutzer hinzufügen, die Beiträge zum Thema veröffentlichen. Es ist möglich, seine Beiträge nur zu diesem Aspekt zu veröffentlichen, so dass sie nur die diesem Aspekt zugeordneten Nutzer erreichen. Damit ist es also möglich, Gruppen zu bilden. – Es gibt eine gut funktionierende Android App.

GNUsocial ist die Alternative zu twitter: http://gnu.io/social/try/
Auch hier kann man Gruppen bilden und Stichwörtern folgen. Auch hier gibt es eine Android-App

Mediagoblin ist die entstehende Alternative zu youtube oder flickr: http://mediagoblin.org/ Bilder, Texte, Filme sollen verteilt darauf gesammelt werden und die Nutzer über Änderungen auch auf einem anderen Server informiert werden. Auch hier ist dies die komplexeste, schwieirigste Programmieraufgabe. Ein Beispiel findet sich unter https://goblinrefuge.com/mediagoblin/

Kontalk ist Alternative zu WhatsUp. Kontalk ist eine App für Android, mit der man Nachrichten Verschlüsselt (end to end encryption) austauschen kann. Das Adressbuch der Nutzer wird nicht ausgelesen, Nutzerdaten werden nur im Anmeldeprozess erfasst und dann gelöscht.

Es wäre möglich, noch viele Seiten mit unterschiedlichen Beispielen zu füllen. Das ist ein Nachteil verteilter sozialer Netze: sie sind unübersichtlich. Dies wird allerdings zukünftig keine große Rolle mehr spielen, wenn die gemeinsame Schnittstelle für verteilte soziale Netzwerke fertig gestellt ist und man über die Netzwerkgrenzen hin kommunizieren kann.

Die vier Freiheiten Freier Software und ihr heutiger Inhalt

by Wromey on 29. Oktober 2015, no comments

Da Software in den lezten Jahren deutlich an Umfang und Verbreitung zugenommen hat und damit der normale Nutzer in der Regel nicht in der Lage ist, den Quellcode auch nur in Teilen zu studieren und zu verstehen, ist zu fragen, welchen Inhalt die vier Freiheiten Freier Software heute haben.

Bei der ersten Freiheit, der Freiheit die Software uneingeschränkt nutzen zu können, ist die Antwort einfach: Für die Nutzer Freier Sotware ist das tägliche Praxis. Selbstverständlich ist das aber nicht. Es gibt z.B. Software, die man nur mit bestehender Internet-Verbindung nutzen kann. Photoshop-Nutzer haben vor einiger Zeit leidvoll erfahren können, was es bedeutet, wenn man eine Deadline hat und der Photoshop-Server nicht erreichbar ist.

Auch bei der zweiten Freiheit, der Freiheit die Software uneingeschränkt vervielfältigen und weitergeben zu können ist die Antwort einfach. Auch dies ist alltägliche Praxis und belegt, daß man die Software besitzt und nicht nur Nutzungsrechte daran hat. Ein qualitativer Unterschied zu unfreier Software.

Wie sieht es aber bei den Freiheiten drei, der Freiheit Zugang zum Quellcode zu bekommen, und der Freiheit vier die Software beliebig verändern zu können, aus? Software ist inzwischen so umfangreich geworden, daß es selbst für erfahrene Software-Entwickler kaum mehr möglich ist, die Software vollständig zu studieren. Deshalb gibt es da, wo es notwendig ist, teure Untersuchung von Software z.B. im Hinblick auf Sicherheitslücken.
Haben also diese Freiheiten für den normalen Nutzer, insbesondere wenn er nicht programmieren kann, keinerlei Bedeutung? Doch! Die Bedeutung erschließt sich aber für den Nutzer erst, wenn ihm bekannt ist, wie Freie Software entwickelt wird. Dann wird deutlich, daß der Quellcode der Software bei der Entwicklung und Weiterentwicklung intensiv von den Entwicklern studiert werden kann und auch wird, da dies die Veraussetzung insbesondere für die Weiterentwicklung ist. Fehlfunktionen, geheime Funktionen und Sicherheitslücken können so entdeckt und behoben werden. In kritischen Fällen kann der Nutzer die Veränderung der Software sogar selbst veranlassen, muß dann allerdings auch die Ressourcen dafür bereit stellen.
Bei unfreier Software ist der Nutzer davon abhängig, daß der Hersteller Fehler und Sicherheitslücken behebt, wann er das will, und daß die Software keine geheimen Funktionen enthält. Überprüft werden kann das nicht.
Freie Software wird mindestens bei größeren Projekten in der Regel auch signiert, so daß der Nutzer sicher sein kann, daß er sie unverändert erhält.

Es geht also für den normalen Nutzer nicht (mehr) darum, die Software selbst studieren zu können. Die Freiheiten drei und vier erhalten ihren Wert für den Nutzer indirekt über den Entwicklungsprozeß Freier Software.
Leider ist die Kenntnis über diesen Prozeß aber wohl kaum verbreitet. Aus meiner Sicht gehört diese Kenntnis zu Informationstechnischer Grundbildung, die schon in der Schule vermittelt werden müßte, um zu einem aufgeklärten Umgang mit Digitaltechnik zu befähigen. Da es freie Programmiersysteme gibt, die schon für sehr junge Schülerinnen und Schüler geeignet sind, wäre das möglich und könnte dazu führen, daß je nach Profilierung z.B. Leistungskurse Informatik sich direkt an freien Software Projekten beteiligen.

Eigenschaften von Software – Vorausetzung für Freie Software

by Wromey on 21. Oktober 2015, no comments

Vorbemerkung
Am Anfang der Entwicklung digitaler Rechner programmierten die Nutzer die jeweilige Maschine selbst. Der Programmtext (Quelltext) der Software war deshalb immer vorhanden, der Verwendungszweck war jeweils konkret festgelegt, die Frage der Weitergabe der Software stellte sich nicht.

Als im nächsten Schritt digitale Rechner in Kleinstserien hergestellt wurden, war Software eine im Kaufpreis enthaltene Beigabe. Auch hier verfügten die Nutzer in der Regel über den Quelltext, konnten die Software an ihre Bedürfnisse anpassen und den Rechner für jeden möglichen Zweck verwenden. Auch hier stellte sich die Frage der Weitergabe nicht.

Mit der zunehmenden Verbreitung der digitalen Rechner in größeren Serien und der Entwicklung von Programmiersprachen änderte sich dies. Ein Teil der Software wurde zu einer Ware, die unabhängig vom Rechnerkauf auf Datenträgern (Magnetspeichern) gehandelt wurde. Damit Software verkauft werden konnte, mußten einige Maßnahmen ergriffen werden, die die Rechte der Nutzer an der Software drastisch einschränkten: Der Quelltext der Software wurde nun nicht mehr weiter gegeben, die Veränderung der Software war damit drastisch behindert bzw. wurde durch die Lizenz, unter der die Software gehandelt wurde, verboten, auch das Kopieren war untersagt. Weitere Kopien der Software mußten gekauft werden.

Als Reaktion darauf entwickelte Richard M. Stallmann vor mehr als 30 Jahren eine Lizenz, geeignet war, die Rechte der Nutzter zu sichern: die General Public Licence (GPL). Für Software, die mit dieser Lizenz lizensiert wurde, wurde der Begriff Freie Software geprägt. Stallmans Anliegen war nicht, eine Lizenz zu entwickeln, die gut zu den Eigenschaften von Software paßt, er wollte die Freiheit und Selbstbestimmung der Nutzer zu sichern. Es ist ihm mit der von ihm erfundenen General Public Licence (GPL) aber eine Lizenz gelungen, die wirksam werden konnte, weil sie wichtige Eigenschaften von Software nutzt.

Die Eigenschaften von Software und Freie Software
Eine Software wird dann als Freie Software bezeichnet, wenn

  • die Nutzer die Software ohne Einschränkung nutzen dürfen.
    Dies ist möglich, weil es keine technischen Gründe gibt, die dies verhindern. Diese Freiheit ist allerdings bis heute umstritten, weil einige Entwickler nicht wollen, daß ihre Software für kriminelle oder z.B. militärische Zwecke genutzt wird. Eine derartige Nutzung ist aber technisch nicht zu verhindern;
  • die Nutzer die Software beliebig kopieren und (auch gegen Kosten) weiter geben dürfen.
    Diese Freiheit ist möglich, weil Software fast ohne Kosten vervielfältig werden kann. Die Kosten für die Entwicklung der Software verteilen sich bei Vervielfältigung über immer mehr Kopien: Hat die Entwicklung 100.000 € verschlungen und es werden 1.000.000 Kopien verteilt, sind die anteiligen Entwicklungskosten 10 Cent. Da Software durch Nutzung nicht verschleißt, ändert sich dieser Kostenanteil nicht. Nur eine verbesserte Version, läßt die Software veralten und letztlich unbrauchbar werden. Wirkung entfaltet diese Freiheit insbesondere, weil die Nutzung der kopierten Software möglich ist, ohne daß dadurch die Nutzung einer anderen Person, die über das Original oder eine Kopie der Software verfügt, behindert wird; Software ist, wie der Fachausdruck sagt, rivalitätsfrei nutzbar;
  • die Nutzer die Funktionsweise der Software studieren können.
    Das ist nur möglich, wenn sie den Quelltext der Software enthalten. Es gibt keinen in der Software liegenden technischen Grund, der dies verhindern würde. Software wird heute immer in einer für den Menschen lesbaren Sprache, dem Quelltext, erstellt. Durch die Bereitstellung des Quelltextes wird die Nutzung der Software durch andere Personen in keiner Weise beeinflußt. Der Nutzer kann aber anhand des Quelltextes überprüfen, ob die Software wie gewünscht arbeitet, er kann Fehler aufdecken, er kann, das ist in den letzten Jahren besonders wichtig geworden, Hintertüren finden, über die Unbefugte sich unberechtigt Zugang zum Rechner verschaffen können;
  • die Nutzer die Software verändern dürfen.
    Auch hierfür ist der Zugang zum Quelltext unerläßlich. Ohne diese Freiheit ist die Weiterentwicklung oder die Fehlerbereinigung drastisch behindert. Software wird weiter entwickelt, indem der Quelltext verändert wird. Der Rechner, auf dem sie ursprünglich entwickelt wurde, muß nicht zur Verfügung stehen. Durch den Quelltext der Software ist sie unabhängig vom ursprünglichen Entwicklungsrechner geworden.

Dies sind die vier Freiheiten, die Software zu Freier Software machen. Bei der GPL werden diese Freiheiten aber durch eine Verpflichtung eingeschränkt. Wenn ein Entwickler Software, die er verändert hat, weiter gibt, muß er dem Empfänger die genannten vier Freiheiten einräumen. Durch diese Einschränkung ist gesichert, daß unter der GPL lizensierte Software nicht zu unfreier Software werden kann.

Oh hardware, wie weit bist herunter gekommen!

by Wromey on 11. September 2015, no comments

Obwohl sie oftmals schöner aussieht, ist sie dennoch herunter gekommen und oftmals nicht mehr akzeptabel. Ich gebe zu, daß auch mich die flachen Smartphones, Tablets, Kameras, Laptops ansprechen. Aber spätetesten bei den Kameras frage ich mich, ob eine flachere Kamera auch besser nutzbar ist.

Deutlicher wird aber der skandalöse Zustand der meisten Hardware, wenn ich an die Hardware denke, mit der ich meine Arbeit mit dem eigenen Rechner begonnen habe. Diese Recher konnte ich noch selbst zum Beispiel beim Speicher aufrüsten. Die Festplatte und Grafikkarte konnten durch leistungsfähigere ersetzt werden, selbst der Prozessor war aktualisierbar. Ausstattung mit CD- und DVD-Laufwerken, die auch durch leistungsfähigere ersetzt werden konnten, war selbstverständlich. Mit ein wenig handwerklichem Geschick war der Rechner gut reparierbar. Selbstverständlich war der Akku zu ersetzen. Dadurch konnte man den Rechner lange funktiosfähig halten, Ressourcen wurden geschont.

Und heute? Ich kenne kein Tablet, bei dem der Nutzer den Akku selbst ohne Schwierigkeiten ersetzen kann. Bei Samsung war bisher der wechselbare bei den Smartphones standard, beim iPhone selbstverständlich nicht. Ausgerechnet bei seinem Spitzensmartphone ist Samsung davon abgegangen: Der Nutzer brauche keinen wechselbaren Akku, als wenn weltweit überall Stromversorgung vorhanden wäre, und auch keine Speichererweiterung! In Klebstoff eingegossen sind die Geräte nur durch eine Fachwerkstatt mit großem Aufwand zu reparieren, wenn überhaupt. Diese Entwicklung hat inzwischen auch die Laptops erreicht. Hauptsache flach und elegant. Nachhaltigkeit? Was ist das; fair gewonnene Materialien? Fairer Kaffee reicht; verantwortbare Entsorgung oder Wiederverwendbarkeit? Das bringt doch keine Arbeitsplätze. – Und selbst Leute, die sich eigentlich Gedanken machen, kaufen das. Man muß sich nur mal anschauen, welche Smartphones Poltiker der Linken oder der Grünen verwenden.

Dabei würde die weitere Verkleinerung der digitalen Bausteine besser als in der Vergangenheit ermöglichen, digitale Geräte zu bauen, die nicht klobig und dabei nachhaltiger sind. Man wüßte nur wollen. – Was die Hersteller statt dessen wollen, ist, daß die Geräte möglichst schnell ersetzt werden. Ein Gerät, das man unaufwändig aufrüsten oder reparieren kann, würde natürlich nicht so schnell ersetzt. Das würde sich aber für die Hersteller nicht rechnen. Sie müssten dazu durch die Verbraucher oder durch den Gesetzgeber gezwungen werden. Ansätze dazu gibt es ja wohl bei der Entsorgung; das muß aber auch durchgesetzt werden.

Erfreulich ist, daß das neue Fairphone auch auf bessere Reparierbarkeit ausgelegt ist und man es auch aufrüsten können soll. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zu größerer Fairness. Man kann nur hoffen, daß es genug Leute gibt, die das durch Kaufen würdigen

Es gibt auf facebook keine geschlossenen Benutzergruppen!

by Wromey on 19. April 2015, no comments

Nach den letzten Änderungen in den Nutzungsbedingungen von facebook haben eine Reihe von Menschen zu diaspora* gefunden. Recht häufig wird von ihnen beklagt, daß man in diaspora* keine geschlossenen Benutzergruppen einrichten kann.

Da ich facebook nun schon fast zwei Jahre nicht mehr nutze, weiß ich nicht, welche Funktionalität facebook hier bietet. Ich denke aber, daß man einen Teil dieser Funktionalität über die „Aspekte“ in diaspora* nachbilden kann. In einem „Aspekt“ werden Nutzerinnen und Nutzer einem Merkmal zugeordnet, z.B. ‚Freie Software‘ oder ‚Studienseminar Possendorf‘, die dann untereinander kommunizieren können, ohne daß ihre Beiträge andere Personen auf diaspora* erreichen.

Wichtig ist für mich aber, daß auf facebook die Abgeschlossenheit der Gruppe nur dem Anschein nach besteht. Für den Geschäftszweck von facebook sind diese angeblichen geschlossenen Gruppen genauso offen, wie alle anderen Aktivitäten auf facebook. Auch hier erzeugt man ohne Entlohnung die Daten, die facebook dann an die Werbewirtschaft verkauft, die sie dann für (personalisierte) Werbung verwendet.
Da die Mitglieder der Gruppen wohl in der Regel einige gemeinsame Merkmale haben, macht man es facebook sogar leichter, an Daten zu kommen, die sich für personalisierte Werbung eignen.

Privatheit und diaspora*

by Wromey on 9. März 2015, no comments

Heute wurde in diaspora auf eine Artikel mit der Überschrift Why you shouldn’t use Diaspora if you care about privacy verlinkt, in dem sich der Autor zu der Aussage

Diaspora provides way less privacy and data safety than even Facebook

verstieg. Ich denke, er hat weder facebook noch diaspora* verstanden.

Ihm scheint nicht klar zu sein, daß der Betriebszweck von facebook das Geldmachen mit den Daten der Nutzer ist. Mit welcher Funktionalität das geschieht, ist für die facebook-Besitzer völlig gleichgültig, Hauptsache, es bringt genug Geld. Wenn dafür sicherste Verschlüsselung das Mittel wäre, würde sie eingesetzt. Wenn sich eine Funktionalität als nicht mehr nützlich für das Geldmachen erweist, wird sie verändert oder abgeschafft; oder der Dienst gleich ganz eingestellt ohne Rücksicht auf die Nutzer.

Das hat mit dem Ansatz von diaspora* nichts zu tun. Bei diaspora* ist der Betriebszweck eben nicht das Geldmachen mit den Daten der Nutzer, sondern das Bereitstellen von Funktionen eines sozialen Netzwerkes auf der Basis Freier Software mit der Möglichkeit, die Software selbst zu installieren und, wenn man das will, in ein Netzwerk einzubinden. Das die Einbindung in ein Netzwerk dazu führt, daß man die Kontrolle über seine Beiträge abgibt, insbesondere wenn sie öffentlich gekennzeichnet werden, ist klar. Wenn ich etwas als öffentlich poste, mache ich das, um möglichst große Reichweite zu erzielen. Da ist es mir auch recht, wenn der Beitrag in Suchmaschinen auftaucht.
Will ich das nicht, poste ich den Beitrag so, daß er nur für bestimmte Leute sichtbar ist. Dann muß ich mich ggf. darauf verlassen können, daß die den Beitrag nicht weitergeben. Das muß ich aber auch, wenn ich eine verschlüsselte Email schicken, da gibt es ja auch Wege, das öffentlich zu machen.
Mir ist nicht bekannt, das Beiträge an Nutzer, die auf einem anderen Netzknoten sind, sofort öffentlich würden.

Mit der Frage, der Privatheit hat das alles nichts zu tun. Sicher, diaspora* muß in weiter entwickelt werden. Dabei müssen selbstverständlich auch Fragen der Sicherheit angegangen werden. Beiträge wie der verlinkte, sind dafür aber hinderlich. Ich frage mich, ob die Absicht des Autors nicht war FUD zu streuen.

Ich arbeite nicht mehr bei facebook, twitter und g+

by Wromey on 7. März 2015, no comments

Über die junge welt bin auf Christian Fuchs gestoßen, der wohl einer der ganz Wenigen ist, die sich auf der Höhe der Zeit in der Auseinandersetzung u.A. mit Sozialen Netzwerken befinden. Durch ihn ist mir klar geworden, daß ich bei facebook, twitter und g+ nicht nur meinen Account gelöscht habe, sondern mein Arbeitsverhältnis mit Ihnen beendet habe. Wie das?

Alle drei Dienste verfügen ja offensichtlich über Waren, die sie hochprofitabel verkaufen können; wenigstens facebook, die anderen kämpfen wohl noch darum. Die Waren sind die Daten über mich und Milliarden andere, die für die Werbewirtschaft offensichtlich so wichtig sind, daß sie den Diensten aus Händen gerissen werden.

Und wer hat die Waren hergestellt? Ich! Und wodurch? Durch die Nutzung der Dienste. Und was war mein Lohn für diese Arbeit? Das ich die Dienste scheinbar Kosten frei nutzen durfte. Das allerdings ist ein sehr kärglicher Lohn im Vergleich zu den Milliarden, die facebook verdient. Klar facebook muß die von mir erzeugten Waren erst noch weiter verarbeiten, um sie verkaufen zu können. Grundlage ist aber meine Arbeit. Auf die müssen sie jetzt verzichten.

Ein Problem ist natürlich, daß die Dienste Schwarzarbeitgeber sind. Sie lassen mich, ohne daß ich es immer weiß und will, weiterhin meine Ware für sie erzeugen. Einfach dadurch, daß ich Webseiten besuche, die mit Ihnen technisch verbunden sind. Leider wird dieses Schwarzarbeitgeben nicht verfolgt. Ich muß also selbst versuchen, mich dagegen zu schützen.

Andere sind offensichtlich in großer Zahl zufrieden mit ihrem Arbeitsverhältnis. Ob sie es auch noch wären, wenn ihen klar wäre, daß ihre Arbeit völlig unangemessen entlohnt wird. facebook hat ja vor kurzem die Arbeit weiter verdichtet. Das hat wenigstens dazu geführt, daß eine Reihe von Leuten zu diaspora* gewechselt sind, wo sie nur noch den Schwarzarbeitgebern ausgesetzt sind.

Freie Software – Eine irreführende Bezeichnung?

by Wromey on 16. Februar 2015, no comments

Auf diaspora* hat es in letzter Zeit interessante Diskussionen zum Thema Freie Software gegeben, durch die bei mir der Eindruck entstanden ist, daß die Bezeichnung wohl leider nicht klar genug ist.
Für mich bedeutet Freie Software, daß die Software unter einer Lizenz steht, die verhindert, daß das Recht sie unbeschränkt zu nutzen, zu kopieren, den Quelltext zu studieren und sie zu verändern, eingeschränkt wird. Verhindert wird dies durch die Verpflichtung, veränderte Versionen und mit genannten Rechten und der Verplichtung weiter zu geben. Dies ist für mich Freie Software im engeren Sinne.

Die Verpflichtung zur Weitergabe unter gleichen Bedingungen führt nun bei einigen dazu, zu Recht zu kritisieren, daß die Software doch nicht vollständig frei sei, und vorzuschlagen, eine Lizenz zu wählen, die diese Beschränkung nicht enthält. Wenn man es akzeptiert, daß man aus Software, bei der man die genannten Freiheiten hat, Software werden kann, bei der diese Rechte verweigert werden, ist das völlig konsequent. An anderer Stelle habe ich beschrieben, warum Freie Software im engeren Sinne die geeignete Daseinsform von Software ist und proprietäre Software durch Zwangsmaßnahmen erzeugt werden muß. Das kann man wollen, wenn man glaubt, nur so Geld verdienen zu können.
Geld Verdienen ist aber, wie viele Beispiele zeigen, auch mit Freier Software im engeren Sinn möglich und zulässig! Frei bedeutet hier eben nicht kostenfrei.
Genauso falsch ist die Behauptung, Freie Software im engeren Sinne müsse nach Veränderung weiter gegeben werden. Nein, man nuß das nicht!

Freie Software im engeren Sinn ist so wichtig, weil sich daraus Folgen ergeben:

  • Es ist z.B. klar, daß Freie Software auch Freie Hardware erfordert. Nur wenn die Hardware völlig offen gelegt ist, kann man das Recht, Software beliebig einzusetzen und zu verändern, umfassend wahrnehmen.
  • Klar ist auch, daß Freie Software und geheime Datenformate sich widersprechen. Freie Software erzwingt Freie Datenformate (und gefährdet damit das Geschäftsmodell einiger Anbieter).
  • Nicht vereinbar mit Freier Software ist auch DRM, das Digitale Restriction Management.

In der Summe ist Freie Software das Schlüsselelement dafür, daß die Nutzer die Hoheit über ihre Daten, Software und Hardware behalten oder bekommen können. Und das genau ist es, worum es der Free Software Foundation (FSF) und ihrer Europäischen Schwesterorganisation (FSFE) geht: Um Selbstbestimmung und damit Freiheit im Bereich der digitalen Technologien. Daß diese Organisationen und Richard Stallman deshalb auf verschiedene Weise angegriffen werden, ist selbstverständlich; wobei die Kommentare, die auf Mißverständnissen oder Unkenntnis beruhen, noch die harmlosere Form der Angriffe sind. Leider ist den Leuten meist nicht klar, daß sie sich z.B. dadurch schaden, daß sie gezwungen werden, ein Programm weiter zu nutzen und kostenpflichtig zu aktualisieren, daß sie eigenlich nicht mehr nutzen wollen. Freie Formaten ermöglichen den Wechsel!
Ohne Verschwörungstheorien anzuhängen, kann man aber davon ausgehen, daß nach wirksameren Angriffsmöglichkeiten gesucht wird. Freie Software gefährdet eben auch das Geschäftsmodell der teuersten Firma der Welt

Freie Software – Eine nette Idee von Herrn Stallman, aber das kann nicht funktionieren,

by Wromey on 7. Februar 2015, no comments

hört man aus dem Tal der Ahnungslosen, die vermutlich nur zu einem kleinen Teil wissen, welche Freie Software sie beim Umgang mit dem Computer nutzen.

Bekannt ist ja inzwischen, daß Software, bei der man den Quellcode nicht einsehen kann, prinzipiell unsicherer ist als Software, bei der das nicht möglich ist.

Weniger bekannt scheinen mir einige Eigenschaften von Software, die es nahelegen, daß Software Frei sein sollte:

  • Software ist rivalitätsfrei nutzbar. Das bedeutet, daß niemand daran gehindert wird, Software, die ich verwende, auch zu nutzen;
  • Software verschleißt nicht. Ich kann Software beliebig oft nutzen, ohne das sie schlechter funktioniert. Sie ist nur dann nicht mehr zu verwenden, wenn es keine Hardware mehr gibt, auf der sie läuft. Der einzige Grund, sie nicht mehr zu verwenden, ist, daß es eine verbesserte Version der Software gibt; das nennt man dann moralischen Verschleiß;
  • Wenn ich Software kopiere und weiter gebe, werden ihre Eigenschaften nicht schlechter. Im Gegenteil, wenn mehr Leute die Software nutzen, kann man sich gegenseitig helfen, sie wird also eher nützlicher;
  • Da die Kosten für die Entwicklung nur einmal entstehen, werden die anteiligen Kosten pro Kopie immer geringer. Hat die Entwicklung von Software z.B. 500.000,- € gekostet, entfallen auf 500.000 Kopien je 1 €, bei 2.000.000 Kopien nur noch 0,25 €. Gelingt es mir, durch Zwangsmaßnahmen wie Kopierschutz oder Lizenzen einen höheren Preis z.B. von 50,- € durchzusetzen, bin ich auf dem Weg zum Milliardär.

All das legt nahe, daß Software eigentlich kein handelbares Gut ist, sie muß in die Warenform gezwungen werden, was einigen ja prächtig gelungen ist. Daß sich Freie Software in den letzten Jahren so gut entwickelt hat, man denke nur an die massenhafte Verbreitung von Android, ist in den genannten Eigenschaften von Software begründet.

Die Leistung von R. Stallmann liegt nun darin, daß er eine Lizenz erfunden hat, die zu den Eigenschaften von Software äußerst gut paßt.

Freie Software ist aber kein Selbstläufer. Die Entwicklung und Wartung muß ja bezahlt werden. Wenn man sich die Größenordnung ansieht, um die es für den Einzelnen geht, können kleine jährliche Spenden oder Stiftungen oder die Öffentliche Hand das ohne Weiteres leisten. Inzwischen kommen ja auch sehr hohe Beträge aus der Industrie.

Freie Software ist aber auch gefährdet. Eine Gefährdung, die schon lange besteht, ist die durch Patente. Wie die Entwicklung durch Patente behindert wird, kann man bei Smartphones studieren. Verschärft wird das dadurch, daß man sich insbesondere in den USA jeden Dreck patentieren lassen kann, wenn man das Verfahren finanzieren kann.

Ich frage mich aber auch, ob TTIP nicht eine Gefahr für Freie Software darstellt. Wenn zu einer Software, die bisher kommerziell vertrieben wurde, eine Freie Alternative entwickelt wird, ist das doch eindeutig ein Handelshindernis und muß verboten werden.

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